CHECKPOINT-CHARLIE-STIFTUNG Berlin am 15. September 2009 = 19 Uhr: Vortrag RA Blöcker: Carl Hau - Rechtsanwalt, TRechtsprofessor -Mörder? in der Europäischen Akademie Berlin Grunewald +++ Engagement ist gefordert! Wir möchten über die Strafe diskutieren. Gibt es ein Leben ohne Strafe? Was ist Strafe? Wer bestimmt Strafe? Macht Strafe einen besseren oder einen schlechteren Mitmenschen?

Strafe

Was war zuerst - Verbrechen oder Strafe?

Diese Frage läßt sich gar nicht so einfach beantworten: Die Nordgermanen erbrachten den Göttern Menschenopfer. Wer die "Ehre" hatte und zum Menschenopfer auserwählt wurde, flüchtete in die Wälder. Er wurde aus dem Stamm ausgeschlossen, geächtet, zum "Werwolf" und beim Ergreifen entmannt, die Ohren geschlitzt und an einem Pfahl am Strand gebunden, bis ihn die Flut erfasste. War die Verweigerung des Menschenopfers ein Verbrechen?



Anfänge der Täter-Opfer-Beziehung

Die Vergebung durch das Opfer oder deren Angehörige wird heute nur noch aus dem Nahen Osten als Straf-Erlass oder -Milderung gemeldet, z.B. der "Bulgaren-Prozess" in Libyen oder Straferlass in Saudi-Arabien. In der Frühzeit gab es auch in Frankreich und Deutschland die Möglichkeit des "Freikaufens". Demnächst lesen sie hier die Preise...

Arm und Reich - verschiedene Strafen?

Bis in die Neuzeit wird diskutiert, ob Reiche besser davon kommen als Arme. Der Mannesmann-Vodaphone-Ackermann-Prozess und die große "VW-Sause" mit dem Arbeitslosen-"Experten" Peter HARTZ (IV) führten zu Unmut und Unverständnis bei der Bevölkerung, weil hier Millionen-Beträge mit betriebsschäd-lichen Folgen jongliert wurden. Zumindest indizieren viele Prozesse, dass der Arme die Strafe mehr zu fühlen bekommt als der Reiche.

Diskriminierung in der Justiz

Diskriminierungen wegen der Rasse, des Geschlechts, der Religion und der Herkunft sind auch im Bereich der Justiz nicht fremd. Die unterschiedliche Handhabung Verdächtigungen und Verurteilungen und sogar Hinrichtungen aufgrund der vorgenannten typischen Merkmale gelten als bewiesen. Und auch in den Haftanstalten werden die Blöcke, Zellen und Wohngemeinschaften unter Berücksichtigung der Diskriminierungsmerkmale aufgeteilt. Ein Rechtsanspruch aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungs-gesetzes besteht hier nicht.